(23. März 2020) Auch wenn in Zeiten von Covid-19, Home-Office und Mindestabstand aktuell viele Großraumbüros ausgedünnt sind, sehen Experten die Büroform weiter auf dem Vormarsch.

Brehme Timo CSMM Quelle Eva Juenger

„Die hohe Nachfrage nach Videokonferenzen verdeutlicht, dass gemeinsame Kommunikation und der Austausch im interdisziplinären Team im 21. Jahrhundert den Hebel für Wertschöpfung darstellen. Großraumbüros bilden aber nicht nur die Drehscheibe für Wissen und Kreativität – was teilweise auch virtuell umsetzbar wäre. Zukunftsorientierte Bürokonzepte passen sich als Multi-Space-Lösungen flexibel an agile Arbeitsformen und sich verändernde Tätigkeiten an. Sie fördern als Möglichkeitsraum stets neue Prozesse, Erkenntnisse und Ergebnisse, indem der Raum selbst zum Medium für Möglichkeiten wird“, erklärt Timo Brehme (Bild), Gründer und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens CSMM, das deutschlandweit Bürokonzepte umsetzt und zu den führenden Anbietern am Markt zählt.

„Die aktuelle Situation wird den Wandel in der Bürolandschaft weiter beschleunigen. Nach der Corona-Krise wird der Blick auf die Bürowelt ein anderer sein“, ist sich Brehme sicher. Die Zukunft liege nicht in der Heimarbeit, sondern wie bereits vor der Krise im steten Wechsel zwischen Arbeitsumgebungen. „Die Forschung zeigt, dass unterschiedliche Lern- und Arbeitsorte stimulierend auf das Gehirn und damit die Leistung wirken. Agile Unternehmen und Mitarbeiter nutzen dies, indem sie bestimmte Tätigkeiten an verschiedenen Orten vornehmen“, erklärt Brehme.

Dafür muss das Büro verschiedene Arbeitsplatzszenarien anbieten. Es muss als Möglichkeitsraum neu gedacht und konzipiert werden. Ein Großraumbüro ist mehr als ein großer Raum, in dem Schreibtische und Mitarbeiter ohne Grenzen nebeneinander arbeiten. Richtig geplant ermöglicht es einerseits fokussiertes Arbeiten, andererseits ein kommunikatives Miteinander für bestimmte Tätigkeiten. Dafür braucht es spezielle Flächen, um sich zu treffen und zu sprechen wie auch um nachzudenken und sich zu konzentrieren. Der Architekt und Experte warnt davor, das Heil in einer Büroform allein zu suchen.

Das gilt vor allem dann, wenn diese falsch konzipiert ist. Beispiel Großraum: Das Entfernen von Wänden und Platzieren von schönen Möbeln reicht nicht aus. „Viele Büros wurden in den letzten Jahren zu Großraumbüros umfunktioniert. Dabei wurden aber eben genau diese groben Fehler gemacht, die zu viel Unzufriedenheit auf Arbeitnehmerseite geführt haben.“ Durchdachte Bürolandschaften indes können mehr. Die aktuelle „Office Analytics“-Studie des Fraunhofer-Instituts zeigt, dass gute Arbeitsumgebungen sowohl die Motivation als auch die Leistungsbereitschaft von Mitarbeitern steigern. Laut CSMM müssen die Büros dafür jedoch von Anfang an richtig geplant und umgesetzt werden. Brehme: „Ein Großraumbüro benötigt ein durchdachtes Konzept, das sich an den Arbeitsprozessen des einzelnen Unternehmens orientiert. Erst so kann sich der einzelne Mitarbeiter entfalten und so lassen sich die passenden Möglichkeiten für ein optimales Arbeiten finden. Mit guter Planung ermöglicht es Kreativität, Kommunikation und Serendipität – eine Reihe von glücklichen Zufällen, den Hauptfaktoren für die zeitgenössische Zielsetzung Innovation.“

Das Großraumbüro der Zukunft dient damit nicht nur als feste Adresse und ein Identifikationspunkt für Unternehmen und Mitarbeiter. Die weiterentwickelte Mischform als Multi-Space ist laut CSMM fester Bestandteil der gesamten neuen Arbeitswelt und gleichzeitig Katalysator in der Wertschöpfung.

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