(17. Mai 2019) Längst gelten Daten als das Öl des 21. Jahrhunderts und als Erfolgsfaktor im Wettbewerb. Im E-Commerce sind dabei Produkt- und Nutzerinformationen der Schlüssel für langfristig erfolgreiche Onlineshops: Künstliche Intelligenz (KI) ermöglicht es, diese Daten so auszuwerten, dass Käufer und Händler gleichermaßen profitieren.

Werk Cornelia Neofonie

Schnell verfügbare Produktinformationen und tiefere Einblicke in die Kundenbedürfnisse sowie -wünsche in Zeiten zunehmender Beliebtheit von individuellen Lösungen sind dabei Trumpf, weiß Cornelia Werk, Beraterin für Künstliche Intelligenz bei der Digitalagentur Neofonie.

Effizientere Pflege des Produktkataloges
Vor allem die Pflege des Produktkataloges ist eine zeitintensive Arbeit, die durch KI effizienter realisiert werden kann. Mittels Textanalyse werden etwa aus den Beschreibungen des Herstellers die relevanten Features eines Produktes automatisch extrahiert. Diese Informationen werden anschließend strukturiert und in die Produktdatenbank eingefügt. Andersherum lassen sich aus den Herstellerdaten automatisch Produktbeschreibungen erstellen. Eine intelligente Software berücksichtigt dabei auch bestimmte Ausdrucksweisen, sodass sich Onlineshops gleichzeitig von der Konkurrenz abgrenzen.

Individuelle Empfehlungen vs. einheitliche Empfehlungslisten
Bei einer klassischen Empfehlungsstrategie passen die Produktvorschläge auf eine möglichst große Anzahl von Kunden. Hierbei ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Vorschläge bei vielen Nutzern Anklang finden, die persönliche Ansprache bleibt dabei jedoch niedrig. Bei einer experimentellen Empfehlungsstrategie passen die Produktvorschläge dagegen nur auf wenige, spezielle Kunden. Die Wahrscheinlichkeit eines "Treffers" ist dabei zwar geringer, doch sollte ein passender Vorschlag dabei sein, fühlt sich der Kunde individuell angesprochen, was zu einer größeren Nutzerzufriedenheit führt.

Die intelligente Produktsuche macht den Nutzer glücklich
Eine intelligente Suche muss in der Lage sein, die Absicht des Nutzers zu erkennen und so passende Produktvorschläge zu ermitteln, auch wenn der Nutzer sie in der Suche nicht klar benennen kann. Die Suche des Nutzers wird dabei von der KI untersucht und um semantische und kontextbezogene Informationen erweitert. Mittels der erweiterten Suchanfrage und anhand ähnlicher, von der KI untersuchten Anfragen, kann dem Nutzer eine individuelle Liste an Artikeln und zudem weiterführende Informationen angezeigt werden. Neben der textuellen Recherche erfreut sich die Suche mit Bildern wachsender Beliebtheit. Dabei werden mittels Künstlicher Intelligenz vom Nutzer bereitgestellte Bilder analysiert und ähnliche Produkte angezeigt. Technisch ist es zudem möglich, dass sich der Algorithmus nicht nur auf visuelle Ähnlichkeiten beschränkt, sondern die Optik auch mit Textinformationen wie etwa Markennamen verknüpft.

Chatbots informieren den Nutzer - ohne Warteschleifen
Das wohl präsenteste KI-Werkzeug zum Kontakt zwischen Kunde und Shop sind Chatbots, wie die YouGov-Studie "Kommunikation per Chatbot" belegt. Laut dieser genießt diese Form der Mensch-Maschine-Kommunikation eine besonders hohe Akzeptanz: Für jeden zweiten Internetnutzer ist diese Form der Kommunikation vorstellbar. In speziellen Produktbereichen wie beispielsweise bei Mobilfunktarifen hat der Nutzer einen eingeschränkten, jedoch sehr präzisen Informationsbedarf. Chatbots können hierbei schnell und effektiv informieren, sodass Nutzer von einem zeitnahen Service ohne Warteschleifen profitieren. Moderne Systeme sind durch die Verwendung von KI zudem in der Lage, die Stimmung des Nutzers zu erkennen und das Gesprächsverhalten dem gesamten Gesprächskontext anzupassen.

Autorin: Cornelia Werk (Bild), Beraterin für Künstliche Intelligenz bei Neofonie

www.neofonie.de

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