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Riskant: Unternehmen sparen beim Datenschutz |
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Dienstag, den 27. April 2010 um 06:15 Uhr |
Datenschutz ist in fast jedem zweiten deutschen Großunternehmen noch immer ein Randthema. Die von den Betrieben abgestellten Datenschutzbeauftragten haben häufig zu wenig Zeit und Personal zur Verfügung, sind oft unzureichend informiert und werden zu selten von Vorstand oder Geschäftsführung konsultiert, wie aus einer TNS-Emnid-Umfrage für die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervorgeht.
Befragt wurden 230 Datenschutzbeauftragte der 1.000 größten deutschen Unternehmen. „Trotz der Datenskandale der vergangenen Monate nehmen viele Unternehmen den Datenschutz noch immer nicht ernst“, kommentiert Birthe Görtz, Partnerin bei PwC und Expertin für Datenschutz.
Bei der Einbindung von Datenschutzbeauftragten in die betriebliche Planung und Organisation bestehen erhebliche Mängel. So glaubt jeder dritte befragte Datenschutzbeauftragte, dass er bei schwerwiegenden Datenschutzverletzungen „nicht immer“ zeitnah informiert wird. Zudem berichtet der Datenschutzbeauftragte zwar in der Regel direkt dem Vorstand bzw. der Geschäftsführung. Die Unterrichtung erfolgt bei der Hälfte der Unternehmen einmal pro Jahr. Bei jedem vierten Unternehmen gibt es jedoch überhaupt keine regelmäßige Berichterstattung. „Offenbar haben viele Unternehmen nur deswegen einen Datenschutzbeauftragten, weil der Gesetzgeber das vorschreibt“, kritisiert Görtz.
Unternehmen können den verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten nur dann gewährleisten, wenn sich die Mitarbeiter der Bedeutung des Datenschutzes bewusst sind. So sind die mit Abstand meisten Datenschutzverletzungen nach Einschätzung der Befragten auf Unachtsamkeit der Beschäftigten (73 Prozent der Fälle) oder Unwissenheit (63 Prozent) zurückzuführen.
Doch zeigt die Studie, dass sich viele Unternehmen auf formale Unterweisungen und Richtlinien zum Datenschutz beschränken. So gilt zwar in vier von fünf Betrieben eine Betriebsvereinbarung und/oder eine Datenschutzrichtlinie. Die direkte Mitarbeiteransprache durch Broschüren, Newsletter oder das Intranet nutzt demgegenüber nur jedes 20. Unternehmen. Zudem schult nur jedes vierte Unternehmen seine Mitarbeiter regelmäßig zum Thema Datenschutz. In jedem dritten gibt es dafür einen Einmallehrgang, 15 Prozent schulen ihre Beschäftigten nie.
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