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Was das Management heterogener IT-Landschaften mit Recruiting zu tun hat
„Nicht ohne meinen Mac“

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Nähern wir uns dem Thema IT einmal auf eine ganz andere Weise und betrachten wir sie aus dem Blickwinkel von Personalverantwortlichen. Fakt ist, dass sich die Arbeitsmarktsituation in Deutschland immer mehr zu einem Bewerbermarkt entwickelt - sprich der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern ist größer als das Angebot. Infolge dessen können viele Bewerber heutzutage zwischen verschiedenen Jobangeboten wählen. Das wiederum zwingt die Unternehmen dazu, sich im sogenannten „War for Talents“ möglichst gut zu verkaufen.  
Von Jochen Jaser

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Ernst Raue: Flexibilität ist der CeBIT in die Gene geschrieben
Freitag, den 25. Februar 2011 um 10:14 Uhr

Interview mit Ernst Raue, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG: „Die CeBIT spielt in einer eigenen Liga - und spielt da an der Spitze.“

"Flexibilität ist der CeBIT in die Gene geschrieben"

Die Struktur der diesjährigen CeBIT (1. bis 5. März) hat sich geändert. Vier spezialisierte Plattformen sollen stärker denn je darauf hinweisen, dass die weltweit größte ITK-Messe mehr als eine Produktschau der 4.200 Aussteller ist. Lösungen für Unternehmen stehen im Vordergrund der Plattformen CeBIT pro, CeBIT gov und CeBIT lab. Mit CeBIT life will die Veranstaltung in Hannover vor allem Hightech-Begeisterte anlocken. Im Fokus stehen die Themen Smart Home, Web und Media sowie Musik und Games. Chefbüro-Mitarbeiter Wolfgang Kühn sprach mit Ernst Raue, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG, über die neue Struktur, die Zukunft der CeBIT und die Ausrichtung auf professionelle Anwendungen in Unternehmen und öffentlichen Institutionen.


Chefbüro: Herr Raue, die CeBIT musste in den zurückliegenden Jahr Flächen- und Ausstellerverluste verkraften. Wie steht es in diesem Jahr um die Veranstaltung?

Ernst Raue: Wir holen mit der CeBIT 2011 wieder auf - aber ich muss hinzufügen, dass die Parameter Fläche und Ausstellerzahlen für eine Veranstaltung wie die CeBIT nicht mehr passen. Wenn wir uns den Marktanteil der CeBIT anschauen, sind wir kontinuierlich gewachsen - 60 Messen im ITK-Umfeld sind in den vergangenen drei Jahren vom Markt verschwunden. Wichtiger als die Zahlen, sind die Struktur der Veranstaltung und die Relevanz. Wir haben die CeBIT 2011 konsequent von der Nutzerseite her aufgebaut. Im Gegensatz zu den klassischen Mustermessen, die mehr von der Ausstellerseite her aufgebaut werden.


Chefbüro: Das heißt?
Raue: In der ITK-Branche ist der Nutzer inzwischen zu einem Teil der Wertschöpfungskette geworden. Er konsumiert nicht nur technische Hard- und Software, sondern treibt Innovationen - im Business und im Konsumenten-Bereich gleichermaßen. Das berücksichtigt die CeBIT wie keine andere Veranstaltung. Früher hat man einen Rechner gezeigt oder Softwareprodukte präsentiert. Heute steht die Gesamtlösung im Vordergrund.

„Aussteller- und Besucherzahlen sind nicht das entscheidende“

Chefbüro: Wie viele Aussteller werden es in diesem Jahr sein, mit wie vielen Besuchern rechnen Sie?
Raue: Die Zahlen sind nicht das entscheidende - nicht für die Besucher und nicht für die Aussteller. Wichtiger sind die Themen, die sie auf einer CeBIT finden. Entscheidend ist, ob die Besucher ihre Lösungen auf dem Gelände finden, ob ein Überblick über die einzelnen Branchen auf dem Gelände möglich ist. Wenn wir auf die Besucher schauen, sind die neue Struktur der CeBIT und noch viel mehr die sehr gute Stimmung in der ITK-Branche positive Indikatoren. Doch bei den Besuchern gilt ganz besonders das Motto: Klasse statt Masse. Wir arbeiten sehr intensiv daran, dass die Aussteller auf dem Gelände die richtigen Besucher auf ihren Ständen haben. Wichtig ist, dass möglichst viele Entscheider der unterschiedlichen Hierarchie-Ebenen nach Hannover kommen, die für ihr Unternehmen nach IT-Konzepten und IT-Lösungen suchen. Bei uns finden sie alle relevanten Anbieter.


Chefbüro: …bis auf einige große Anbieter, die sie doch gern wieder als Aussteller sehen würden!
Raue: Wir haben in diesem Jahr einige namhafte Erfolge erzielt. Hewlett Packard beteiligt sich in der Cloud World des Bitkom. Oracle ist auf der CeBIT vertreten. Siemens Enterprise Communications ist wieder dabei. Und wir haben zahlreiche relevante Druckerhersteller in der Halle 3, Xerox, Canon und einige mehr. Dort zeigen sie vor allem Unternehmenslösungen zur Kosteneinsparung. Managed Print Service (MPS) steht im Vordergrund. Also Konzepte, wie die Druckkosten in Unternehmen durch intelligente Lösungen reduziert werden können. Die Druckerhersteller präsentieren sich als Dienstleister für ihre Kunden aus kleinen, mittleren und auch großen Unternehmen sowie aus dem öffentlichen Sektor.


Premiere zur CeBIT: Vier anwenderorientierte Plattformen

Chefbüro: Damit sind wir bei den Inhalten. Zur CeBIT 2011 wird eine neue Struktur eingeführt. Was verbirgt sich hintere CeBIT pro, gov, life und lab?
Raue: Die CeBIT präsentiert sich erstmals mit vier spezialisierten Plattformen. Da ist zunächst der Kernbereich CeBIT pro. Das steht für professionelle Anwendungen in Unternehmen und Organisationen. Das CeBIT lab in den Hallen 8 und 9, präsentiert sich mit den Schwerpunkten Forschung, Entwicklung und Innovationen - hier sind zum Beispiel 14 Institute des Fraunhofer-Verbundes vertreten sowie das DFKI und das KIT. Themen sind unter anderem Internet-Dienste, Sicherheitsthemen, Energie, Automotive, Maschine-Maschinen Kommunikation oder auch Logistik.
Ebenfalls in den Hallen 8 und 9 ist wieder der gesamte öffentliche Sektor abgebildet. Die CeBIT gov ist in die TeleHealth und den Public Sector Parc unterteilt. Während die TeleHealth den Besuchern innovative Entwicklungen in der Telemedizin und im Gesundheitsmanagement präsentiert, stehen im Public Sector Parc ITK-Lösungen für Kommunen, Länder, Bund und EU im Fokus. Auch Geoinformationssysteme und Lösungen für Eigenbetriebe, öffentliche Unternehmen und Dienstleister finden sich auf dieser Plattform wieder.
Bei dem in diesem Jahr neu geschaffenen Bereich CeBIT life wiederum stehen Themen im Fokus, wie beispielsweise das vernetzte Haus, also Home Automation und Home Entertainment. Ganz neu auf der CeBIT ist ein Bereich zum Thema Sport und Gesundheit, den wir gemeinsam mit der Barmer GEK und der Deutschen Sporthilfe gestalten. Außerdem finden die Besucher in der Halle 19 die aktuellen Konzepte und Lösungen für Apps, Smartphones oder auch Connected TV und Online Publishing. Kurz: Es geht im Life-Bereich um den digitalen Lifestyle.

„Wir haben auch für Konsumenten spannende Themen“

Chefbüro: Wo sollte der Unternehmer eines kleinen oder mittelständischen Unternehmens seinen Messerundgang beginnen?
Raue: Am besten hat er seinen eigenen Plan für die CeBIT dann schon in der Tasche, denn eine Vorbereitung geht heute kinderleicht über www.cebit.de. Da kann er über neuartige Matchmaking-Funktionen seine Termine gleich im Vorfeld mit einzelnen Firmenvertretern abstimmen. Der Besuch selbst beginnt ganz klar im Bereich CeBIT pro. Hier bekommt er einen umfassenden Überblick und trifft die richtigen Ansprechpartner. Bewegt sich das Unternehmen im Umfeld öffentlicher Auftraggeber, dann ist der Bereich CeBIT gov fast schon zwingend.


Chefbüro: Wer wird im Bereich life erwartet? Etwa die Besucher, die ihre Interessen in den vergangenen Jahren auf der CeBIT nicht vorgefunden haben?
Raue: Im Grunde ist CeBIT life für jeden Besucher, natürlich auch für private Kunden hochinteressant. Wie schon erwähnt, diese Plattform geht uns alle an, weil sie unser tägliches Leben berührt. Mobilität, Sicherheit, Home Entertainment, damit werden wir doch tagtäglich konfrontiert.
Wir haben seit einigen Jahren eine spannende Entwicklung. Es geht nicht mehr darum einen Computer zu zeigen, der über bestimmte Leistungsmerkmale verfügt. Es geht mehr um die Frage: Was kann ich mit meiner Hardware machen - ob Desktop, Laptop, Tablet oder Smartphone. Das findet sich auch im Konferenzsteil der CeBIT, den CeBIT Global Conferences, wieder. Da trifft sich das Who-is-Who der Branche. Nahezu alle führenden Köpfe der Branche kommen dort zusammen um über die Gegenwart, aber vor allem über die Zukunft und das Zusammenwachsen von Produkten und Lösungen zu sprechen. Sie zeigen auch auf, wie konkurrierende Unternehmen im Sinne der Lösungen zusammenarbeiten.

„Wer stehenbleibt, verliert in diesem Wettbewerb“

Chefbüro: Lässt die Plattform-Struktur darauf schließen, dass die CeBIT stärker denn je das System Messe in der Messe verfolgt?
Raue: Die klare Struktur der Messe unterstützt die Besucher, die Prioritäten setzen. Also die bestimmte Bereiche sehen möchten, und nicht unbedingt die gesamte CeBIT. Es sind auch Unternehmen vertreten, die sich „nur“ mit ganz bestimmten Sparten präsentieren. VW Sound Foundations ist so ein Beispiel. Das ist etwas völlig anderes als die Produktionsseite von VW. Aber beide gehören zusammen. Wir zeigen auch IT im Auto. Land Rover zeigt erstmals in Deutschland das neue Modell Evoque. Auch Ford präsentiert auf der CeBIT ein neues Modell, das nahezu zeitgleich zum Automobilsalon in Genf ausgestellt wird. Warum macht das Ford? Weil das eigentlich Neue an dem Auto die Intelligenz ist, also die IT. Zudem spricht Ford-CEO Allen Mullaly auf der CeBIT Global Conferences.


Chefbüro: Hätte es ohne diesen Wandel für die CeBIT noch mehr Verluste auf Ausstellerseite gegeben?
Raue: Die Flexibilität ist der CeBIT in den Gene geschrieben. Die ITK-Branche hat in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Paradigmenwechsel erlebt. Wenn Sie das weltweit wichtigste Ereignis für diese hochdynamische Branche gestalten, ist Flexibilität das entscheidende Erfolgskriterium. Wer stehenbleibt, verliert in diesem harten internationalen Wettbewerb. Wie gesagt, 60 Messen sind in den vergangenen drei Jahren weltweit vom Markt verschwunden. Auch in Deutschland gibt es da ja einige Beispiele.


Chefbüro: Wie schwer ist es unter diesen Aspekten die CeBIT zu verkaufen?
Raue: Mit der klaren Struktur ist es deutlich leichter geworden. Und mit unseren zahlreichen unterschiedlichen Serviceangeboten können wir den Unternehmen heute ein Leistungsportfolio präsentieren, das so keine andere Veranstaltung weltweit hat. Wir erkennen, dass die Unternehmen sehr individuelle Anforderungen an einen Auftritt in Hannover haben, die es zu berücksichtigen gilt. Es ist für uns wieder eine große Freude, die CeBIT zu verkaufen, auch weil es diese vielen spannenden Anwendungen gibt. Und wir erschließen gezielt neue Zielgruppen. So werden wir in diesem Jahr mehr als 300 CIOs aus den Anwenderindustrien auf der CeBIT haben, von den Versicherungen, Banken, Automobilherstellern und allen anderen Branchen. Die betriebswirtschaftliche Wertigkeit einer CeBIT ist dadurch viel höher geworden.


Chefbüro: Geht die Professionalisierung zu Lasten der Seh-Besucher?
Raue: Das glaube ich nicht, denn wenn es darum geht, wo ITK inszeniert und damit auch erlebbar wird, gibt es weltweit keinen besseren Ort als die CeBIT. Also: Wir haben auch für den Konsumenten spannendes auf dem Gelände. So werden rund 40 Tablet-Hersteller ihre neuesten Produkte zeigen.

Messegesellschaft bietet Unternehmen Lead-Management an

Chefbüro: …Das ist ja auch wirtschaftlich notwendig.
Raue: Durch die Ausweitung unserer Serviceangebote, zusätzliche Beteiligungsformate und Zusatzdienstleistungen kommt dem Verkauf der Eintrittskarten heute eine geringere Rolle zu als noch vor einigen Jahren. Ein Beispiel: Mit unserer neuen Tochtergesellschaft Deutsche Messe Interactive bieten wir gezieltes Lead-Management im Internet an.


Chefbüro: Ist somit eine Messe wie die CeBIT nur ein Teil eines kompletten Dienstleistungspaketes für die Messegesellschaft?
Raue: Unser Ziel als Deutsche Messe lautet: Maßstab für Geschäftsanbahnung weltweit. Und wenn Sie dieses Ziel verfolgen, müssen Sie als hochprofessioneller Dienstleistungsanbieter, der ein ganzes Bündel an wertvollen Dienstleistungen für Unternehmen und den öffentlichen Sektor vorhält, am Markt auftreten.


Chefbüro: Ein Blick in die Zukunft. Wie stellt sich die CeBIT in fünf Jahren dar?
Raue: Sie wird wertvoller sein für die Nutzer und für die Anbieter. Und sie wird nach wie vor Menschen aus der ganzen Welt zusammen bringen. Sie wird sich durch klare Strukturen und klare Abgrenzung weiter entwickeln. Besonders der Bereich Life.


Chefbüro: Gibt es für die CeBIT Konkurrenz, beispielsweise die Internationale Funkausstellung in Berlin?
Raue: Die CeBIT spielt in einer eigenen Liga - und spielt da an der Spitze. Wir ziehen unsere Kraft nicht aus der angeblichen Konkurrenz mit anderen Veranstaltungen, sondern aus der Qualität der CeBIT selbst. Und an der arbeiten wir kontinuierlich in engem Dialog mit der Industrie. Deshalb gelingt es uns in weltweit einzigartiger Form, die gesamte digitale Wertschöpfungskette abzubilden - und eben nicht nur einzelne Teilbereiche.


Chefbüro: Trotzdem wandern Unternehmen von der CeBIT zur IFA ab.
Raue: Wenn Sie weltweit mehr als 100 Messen veranstalten wie wir, müssen Sie akzeptieren, dass sich das eine oder andere Unternehmen für eine andere Zielrichtung im eigenen Marketing-Mix entscheidet. Wir sind in engem Dialog auch mit Unternehmen, die sich anders entscheiden - und wir sind dabei immer wieder auch sehr erfolgreich.


Chefbüro: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten?
Raue: Was ich mir wirklich wünsche: Dass die gute Stimmung in der ITK-Branche durch eine phantastische CeBIT noch besser wird und wir mit den richtigen Themen noch mehr internationale Besucher anziehen.

 

 

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