24 | 05 | 2016
IT & Business 2016

Neue Marktstudie: Büro- und Objektmöbel in Deutschland bis 2020

(08. Februar 2016) Die letzten fünf Jahre haben die Bürowelt signifikant umgekrempelt. Einerseits haben sich die Anforderungen durch häufig geänderte Abläufe im Büroalltag verändert. Andererseits wird trotz steigender Digitalisierung und Mobilität die Bedeutung von Büroarbeit weltweit in den kommenden Jahren steigen. Der heute bekannte Büroalltag stirbt langsam aus und macht Platz für neue, kreative Arbeitsstrukturen. Auch das Absatzgebiet Home Office wird davon profitieren. Neue technologische Entwicklungen forcieren diesen Innovationsprozess.
 
Die dritte Auflage der neuen Marktstudie „Büro- und Objektmöbel in Deutschland bis 2020 – Marktsituation und Zukunftstrends“ der Unternehmensberatung Titze GmbH analysiert in Teil 1 die Absatzsituation für Büromöbel. Die Veränderungen sind dabei weitaus drastischer ausgefallen, als es sich die meisten Marktteilnehmer in den letzten Jahren vorstellen konnten. Teil 2 ist als Trendstudie ausgelegt und dokumentiert die signifikanten Veränderungen in der Bürowelt bis 2020. Im Rahmen dieser Studie wurden persönliche und telefonische Befragungen bei Händlern, Herstellern, Brancheninsidern, Verantwortlichen für das Objektgeschäft sowie bei Anbietern aus dem Onlinehandel durchgeführt.
 
Stationärer Handel
Die Zahl der Büromöbelfachhändler ist rückläufig und wird aktuell auf gut 1.250 Shops geschätzt. Die Zahl der wirklich leistungsfähigen Unternehmen schätzen wir auf weniger als 500 Standorte. Der stationäre Möbelhandel wächst hingegen weiter. Die Büroausstattung ist vor allem in der Großfläche ein relevantes Thema. Allein die TOP 100 Möbelhäuser erreichen eine Verkaufsfläche von durchschnittlich 40.400 qm. Da fallen häufig großzügige Flächen für wohnliche Büromöbel an. Fast 11 Millionen Arbeitsplätze im Home Office forcieren den Büromöbelverkauf im Möbelhandel.
 
Onlinehandel
Die Bürokorpusmöbel stellen im Onlinehandel mit fast 48% das breiteste Angebot. Büroarbeitsplätze kommen auf 29%, Bürositzmöbel auf 23%. Der gesamte Marktanteil des Onlinehandels bei Büromöbeln lag 2015 bei 11,1%. Das entspricht 233 Millionen Euro zu Herstellerabgabepreisen. In den Folgejahren ist von einem weiteren rasanten Wachstum auszugehen. Die Auswirkungen werden in der Büromöbelbranche bei einem jährlichen Anstieg des Marktanteils für den Distanzhandel von 1% bis 2% pro Jahr liegen, so dass bis 2020 der Marktanteil bei 18 bis 20% liegen wird.
 
Sortiment
Die Studie liefert aktuelle Ergebnisse zu Marktvolumen, Herstellerstruktur und Handelsstruktur der Produktgruppen Bürositzmöbel, Bürokorpusmöbel und Büroarbeitsplätze. Das komplette Marktvolumen zu Herstellerabgabepreisen hat seit 2012 von 2.130 Mio. Euro auf 2.099 Mio. Euro abgenommen. Das ist ein Minus von durchschnittlich 0,5% pro Jahr.
 
Beispiel Bürositzmöbel
Das Angebot der Bürositzmöbel verteilt sich über 312 Anbieter, von denen nur 72, entsprechend 27,2% aus Deutschland stammen. Die umsatzstärksten Anbieter am deutschen Markt sind Interstuhl, Topstar, Dauphin, Sedus Stoll und Steelcase. Sie erreichen gemeinsam fast 34% Marktanteil. Der Büromöbelfachhandel ist die wichtigste Vertriebsform für Bürositzmöbel in Deutschland. Immerhin 32% laufen trotz deutlicher Verluste derzeit noch über diesen Vertriebsweg ab. Der Möbelfachhandel erreicht einen Marktanteil in Höhe von 28,5%. Größter Gewinner der letzten beiden Jahre ist auch hier der Distanzhandel. Er erreicht mittlerweile einen Marktanteil von 13%. Der durchschnittlich erzielte Handelsaufschlag liegt bei Bürositzmöbeln bei 1,78.
 
Veränderungen in der Bürowelt bis 2020
Die künftigen Büroarbeitswelten unterscheiden sich deutlich von dem, was in den letzten Jahrzehnten ein Büro ausmachte. Dabei sind viele wirklich innovative Trends erkennbar, die weit über die seit Jahren definierten Problemfelder der Ergonomie oder Nachhaltigkeit hinaus gehen. Abteilungsübergreifende Projektarbeit wird immer öfter zum Standard und die täglichen Arbeitsprozesse werden somit komplexer. Um die kreative Produktivität zu steigern, werden viele Unternehmen ihre hierarchische Raumordnung überdenken. Damit fällt ein altes Paradigma endgültig weg, das den Arbeitsplatz als Schreibtisch mit Computer definiert. So werden die Büroflächen immer flexibler und damit effizienter nutzbar. Da, wo Teamarbeit gefragt ist, entstehen so genannte Home Bases oder Home Zones als Teamflächen für kooperatives Arbeiten. Dort sucht man nicht den Schreibtisch, sondern das konzentrierte Zusammensein mit dem Team. Das kann ein gemeinsamer Tisch sein, aber auch eine Sitzecke, die der Kreativität förderlich ist. Das Flexible Office steht als Synonym für ein frei gestaltetes Arbeiten zu einer Zeit und an einem Ort, der für diesen Moment und für die gerade anstehende Arbeit genau die richtige Zeit und der richtige Ort ist. Das flexible Büro liegt bereits heute im Trend, auch wenn in rund 80% der deutschen Unternehmen noch an festen Büroarbeitsplätzen gearbeitet wird.
Das Collaborate Office ist das kommunikationsfördernde Büro, in dem nicht der Individualist, sondern der Teamplayer gefragt ist und Lösungen in der Arbeitswelt gemeinsam erarbeitet werden müssen. Studien zufolge fallen heute durchschnittlich nur noch ca. 50% der Büroarbeitszeit auf konzentrierte (Einzel-)arbeit, während die restlichen 50% der Arbeitszeit miteinander kommuniziert wird. Sowohl Hersteller als auch Händler müssen die aufgezeigten Veränderungen in der Bürowelt umsetzen, um auch in Zukunft noch zu den erfolgreichen Marktteilnehmern zu gehören. Dazu benötigen sie wesentlich besser ausgebildete und geschulte Einrichtungsberater.
 
Die Studie betrachtet auf 321 Seiten mit 161 Tabellen und Grafiken die aktuellen Branchenprobleme und zeigt alle wesentlichen Zukunftstrends bis 2020 auf.

http://www.titze-online.de

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